Auszug aus dem Tibetanischen Totenbuch

(vor und/oder nach dem Tod dem Sterbenden/Toten vorzulesen)

O Edelgeborene(r) (ihr/sein Name), höre zu.
Jetzt erfährst du die Strahlung des Klaren Lichtes Reiner Wirklichkeit.
Erkenne sie.
O Edelgeborene(r), dein jetziger Geist,
seiner wirklichen Natur nach leer,
nicht zu irgend etwas wie Merkmalen oder Farbe geformt,
natürlicherweise leer,
ist die wahre Wirklichkeit, die Allgute ...

Dein eigener Geist, der jetzt Leere ist,
jedoch nicht als Leere des Nichts zu betrachten ist,
sondern als reiner Geist,
unbehindert, leuchtend, erregend und glückselig,
ist das wahre Bewusstsein, der allgute Erwachte.

Dein eigenes Bewusstsein,
das zu nichts geformt und in Wirklichkeit leer ist,
und der [erkennende] Geist, leuchtend und glückselig -
diese beiden sind unzertrennlich.
Die Vereinigung von beiden ist
der [Zustand Vollkommener Erleuchtung].

Dein eigenes Bewusstsein,
leuchtend, leer
und untrennbar von dem Großen Strahlungskörper,
hat weder Geburt noch Tod
und ist das unveränderliche Licht -
der Erwachte, [die Verkörperung der Weisheitskraft,
der die Quelle von Leben und grenzenlosem Licht ist]

nach: Das Tibetanische Totenbuch, oder die Nachtod-Erfahrungen auf der Bardo-Stufe, nach der englischen Fassung des Lama Kazi Dawa-Samdup, herausgegeben von W.Y.Evans-Wentz, im Auftrag des Herausgebers für die siebte Auflage neu bearbeitet, kommentiert und eingeleitet von Lama Anagarika Govinda, übersetzt von Louise Göpfert-March, mit einem Geleitwort und einem psychologischen Kommentar von C.G.Jung und einer Abhandlung von Sir John Woodroffe; Walter Verlag, Olten und Freiburg im Breisgau, 9. Auflage der Sonderauflage 1986, 335 Seiten, ISBN 3-530-88001-9


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